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Ökostrom in Zukunft für nur 6 Cent pro kWh



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Der Ausbau Erneuerbarer Energien macht die Verbraucher ein Stück weit unabhängiger von den Energieversorgungsunternehmen


Elektrische Fußbodenheizung mit selbst erzeugtem Strom betreiben


Seit der Erschließung der fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas vor ungefähr 150 Jahren werden durch deren Verbrennung weltweit jährlich 25 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre eingebracht. Doch nur 10 bis 15 Milliarden Tonnen können Wälder und Ozeane aufnehmen, der Rest des Gases bleibt in der Atmosphäre. Es lässt die Sonneneinstrahlung ungehindert durch, reflektiert aber die Wärmestrahlung der Erdoberfläche zum Teil wieder zurück. Durch die Erderwärmung werden immer häufiger extreme Wetterlagen erzeugt, die zu Naturkatastrophen führen können.

Ein bewusster und sparsamer Umgang mit Energie ist deshalb dringend notwendig und die bevorzugte Nutzung von Energie aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Geothermie schont das Klima und die Umwelt. Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen, den Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch von 14,2 % im Jahr 2007 auf mindestens 30 % bis zum Jahr 2020 auszubauen. Auch danach soll der Ausbau kontinuierlich weiter erhöht werden.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG will die Bundesregierung die enormen Potenziale von Wind, Wasser, Biomasse, Sonne und Erdwärme für die Stromerzeugung besser erschließen und den Aufbau einer nachhaltigen Stromerzeugung in Deutschland forcieren. Das Ziel des Bundesumweltministers Sigmar Gabriel "ist eine nachhaltige Energieversorgung ohne Atomernergie und das ist auch erreichbar!"1

  Strom aus Erneuerbaren Energien - BMU

Strom aus Erneuerbaren Energien
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, April 2009

Was kann man selbst tun?

Je mehr Erneuerbare Energie zur Verfügung steht, desto mehr reduziert sich der Einsatz vor allem von Kohle und Kernenergie, desto unabhängiger wird man von Energieimporten und der Preis für Ökostrom sinkt. Jeder Bürger kann zum Stromerzeuger werden, indem er eine Photovoltaikanlage installiert oder sich an einem Windpark, einer Wasserkraft- oder Biomasseanlage oder an einem Bürgersolarkraftwerk beteiligt.

Der Strom, den z. B. Photovoltaik-Anlagen erzeugen, kann entweder direkt verbraucht oder ins öffentliche Netz eingespeist werden und der Erzeuger erhält eine Vergütung. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG sind dies bei einer Anlage bis einschließlich einer Leistung von 30 Kilowatt 43,01 Cent pro Kilowattstunde. Wird der kostenlose Strom für den Eigenverbrauch genutzt, belohnt der Energieversorger dies mit 25,01 Cent pro Kilowattstunde über einen Zeitraum von 20 Jahren (EEG 2009 §33 (2)).

Wer nicht die Möglichkeit hat, selbst Strom zu erzeugen, kann von seinem Stromlieferanten zu einem Ökostromanbieter wechseln. Deren Preise sind teilweise sogar günstiger als die der konventionellen Stromanbieter, ein Tarifvergleich in den zahlreichen Online-Tarifrechnern lohnt sich.

Öko gleich teuer?

Die hohen Strompreise in Deutschland rühren nicht daher, dass die im EEG gesetzlich festgelegten Einspeisevergütungen für Solarstrom von den Stromversorgern auf alle Stromverbraucher umgelegt werden. Von den 22 Cent pro Kilowattstunde Strom, die der Privatverbraucher im Jahr 2007 durchschnittlich zahlte, gingen nur1 Cent an die Erzeuger von umweltfreundlichem Strom, was gerade einmal 5% entspricht.2 Die weiteren Kosten für den Strom setzen sich zusammen aus der Netznutzung, der Stromerzeugung, der Kraft-Wärmekopplung, Steuern, Konzessionsabgabe, Vertrieb und Messkosten.

Da die konventionellen Energieträger Kohle, Öl und Gas nur begrenzt zur Verfügung stehen und deshalb immer teurer werden, wird der Strom aus erneuerbaren Energien immer günstiger werden. Das belegt auch eine Studie des Ingenieurbüros für neue Energie IfnE. Im Jahr 2020 würde den jährlichen Mehrkosten für Erneuerbare Energien in Höhe von 2,4 Milliarden Euro fast die zehnfache Summe für vermiedene Brennstoffimporte gegenüberstehen. Die Erneuerbaren Energien halten also de facto den Strompreis niedrig.3

Carsten Körnig, Geschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft erwartet spätestens Mitte des nächsten Jahrzehnts Netzparität. Das bedeutet, dass der Solarstrom günstiger sein wird als Herkömmlich erzeugter Strom.4

"Allein mit der Sonnenenergie lässt sich der weltweite Energiebedarf 3000 Mal decken. In Deutschland könnten wir bis 2050 eine hundertprozentige Energieversorgung aus erneuerbarer Energie garantieren," sagt Sven Giegold, der EU-Spitzenkandidat der Grünen. Nach den Kosten gefragt, antwortet Sven Giegold: "Das ist erstaunlich billig. Energieforscher sprechen hier langfristig von sechs Cent pro Kilowattstunde."5

1Quelle: Zeitung für Solarstrom, Sigmar Gabriel, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Ausgabe 2008

2Quelle: Broschüre Strom aus erneuerbaren Energien - Was kostet uns das?, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Ausgabe 10/2008

3Quelle: Studie "Ausbau Erneuerbarer Energien hält Strompreis niedrig", IfnE für IWR - Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien, 27.03.2009

4Quelle: Artikel "Solarbranche zwischen Licht und Schatten", Jörg Schürmeyer/Agenturen, Nordwest-Zeitung, 18.08.2009

5Quelle: Artikel "Erneuerbare Energien stärker fördern", Gunars Reichenbachs, Nordwest-Zeitung, 11.04.2009


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